Winterwanderung auf den Bschiesser

Mountix Mitglied Chris hat eine Winterwanderung auf den Bschiesser in den Allgäuer Alpen unternommen. Neben einem tollem Video hat er uns diesen Artikel mitgebracht mitgebracht:

Ich konnte es kaum glauben. Mein Vater hat unsere gemeinsame Wanderung geplant und eröffnete mir einen Tag vor diesem leider seltenen Vater–Sohn-Erlebnis, dass wir auf einen Berg gehen, der Bschiesser heißt. “Wie bescheißen”, hat er mir grinsend mitgegeben. Und ich dachte das sollte ein Witz sein, dafür ist mein Vater nämlich gut zu haben.

Der Bschiesser in den Allgäuer Alpen

Aber tatsächlich, der betreffende Berg befindet sich in den Allgäuer Alpen, ist 2.000 Meter hoch und heißt Bschiesser. Aber nicht etwa, weil er seine Besucher “bescheißen” möchte, sondern weil er die um ihn lebenden Menschen gerne mit Schnee- und Gerölllawinen beschossen hat. Ein Beschiesser eben. Sehr amüsant.

Da die Tage im Dezember sehr kurz sind, haben wir uns bereits vor Sonnenaufgang bei -8 ° C in Hinterstein getroffen. Von hier aus starten wir in östlicher Richtung, zuerst auf einer gut ausgebauten Straße, die nach einigen Kilomentern in einen Pfad in Richtung Willersalpe mündet. Diese ist wegen ihrer Lage auf fast 1.500 Metern Seehöhe und eingebettet zwischen Ponten und Gaishorn mit Raureif überzogen und sieht wie verzaubert aus. Einsam ist es hier aber allemal.

Freier Blick ins Tannheimer Tal

Wir gehen in Richtung Nord-Ost weiter und steigen ein einer mäßig steilen Rinne zum Zirleseck (1.872 m) auf. Hier hat man nun das erste Mal freien Blick in’s Tannheimer Tal und der Aggenstein besticht mit seiner zackigen Form.

Nun führt uns der Pfad wegen seiner traumhaften Südlage in strahlendem Sonnenschein auf fast gleichbleibender Höhe am Ponten vorbei in westlicher Richtung. Der Grat zwischen Ponten und Bschiesser wird dann aber doch eine kleine Herausforderung. Weil der Pfad nun größtenteils im Schatten verläuft, ist doch etwas Schnee und Eis liegen geblieben. Das in Verbindung mit einer gewissen Abschüssigkeit verlangt noch einmal unsere volle Aufmerksamkeit, denn wir wollen ja nicht unkontrolliert ins Tannheimer Tal rutschen.

Der letzte Anstieg auf die vollen 2.000 Meter des Bschiesser sind dann wegen größerer Eisbrocken sehr anspruchsvoll. Wir nehmen uns jedoch Zeit, haben das Gipfelkreuz schon vor Augen und lassen uns auch hier nicht den Spaß nicht nehmen. Am Ende stehen wir gemeinsam auf diesem imposanten Gipfel und sind begeistert. Der Blick reicht vom bayerischen Flachland, über den Bodensee bis zum Alpenhauptkamm im Süden. Einfach nur eine traumhafte Wanderung, vor allem bei dem im Moment noch vorherrschenden Hochdruckwetter.

Das Video von der Tour zum Bschiesser

Der Abstieg erfolgt dann über die ebenfalls geschlossene Zipfelsalpe, dann rechts am Zipfelsbach entlang bis zurück ins Tal. Weil hier die Sonne schon kurz nach 15 Uhr untergeht ist das nochmal ein sehr kühles Unterfangen. Weil mein Vater aber mitgedacht hat, hat er im Moment einen Flachmann mit feinstem Zirbenschnaps aus den Jackentasche gezaubert. Eigentlich unfassbar, dass er uns nicht schon am Gipfel damit belohnt hat.

Der Autor Chris betreibt Bergwasser, eine Outdoorfirma für Canyoning und Rafting im Allgäu und Bayern. Im Winter hält er sicht mit Wanderungen und anderen Outdoor Aktivitäten fit und schreibt unter anderem für Mountix.

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