Erst denken, dann genießen: Tourenplanung vor der Wanderung

Du, Du und Du. Laut einer Studie des Deutschen Wanderverbandes schnürt fast jeder zweite Deutsche regelmäßig seine Wanderschuhe. Auch bei mountix.com zählt Wandern zu den beliebtesten Aktivitäten. Kein Wunder – es macht den Körper stark, die Seele frei, die Laune bestens. Und die richtige Tourenplanung bringt noch mehr Spaß und Sicherheit. mountix.com-Teammitglied und VDBS-Bergwanderführerin Nina verrät Euch, was man wann bedenken sollte.

  • Mehrere Tage oder Wochen vor der Tour

Zielwahl
Am Anfang steht immer die Frage: Wo geht’s hin? Ideen findet Ihr jede Menge auf mountix.com und Führerliteratur. Aber welches Ziel ist das richtige für Euch? Dabei spielen verschiedene Faktoren eine Rolle. Zum einen die Jahreszeit. So kann eine felsige Tour durch eine Nordflanke im Hochsommer herrlich kühl, im Herbst aber vielleicht schon im oberen Bereich vereist sein. Zum anderen das Können aller Mitwanderer. Der Schwächste gibt das Mögliche vor. Dabei immer bedenken – viele Wanderer (vor allem die unerfahrenen) schätzen ihre Kondition und ihr technisches Können zu hoch ein. Im Zweifelsfall lieber eine kürzere Tour wählen oder eine, die Varianten und Notabstiege ermöglicht.

Grobe Zeitplanung
Um zu wissen, wie lange man unterwegs ist, lohnt sich ein Blick in Internetforen, der Austausch mit Wanderern, denen die Strecke schon bekannt ist (z. B. über mountix.com), vor allem aber die Arbeit mit einer guten Karte (Maßstab 1:25.000). Mit kleinen Gruppen (bis vier Personen) schafft man etwa 400 Höhenmeter im Aufstieg, 500 Höhenmeter im Abstieg und 4 Kilometer in der Länge. Große Gruppen (bis 10 Personen) bewältigen in Abstieg und Länge die selbe Distanz wie kleine Gruppen, schaffen im Aufstieg aber nur etwa 300 Höhenmeter. Um die Zeit für den Aufstieg bzw. Abstieg zu berechnen, liest man aus der Karte die Distanz und die Höhenunterschiede genau heraus. Nun teilt man den kleineren Wert durch zwei und addiert ihn zu dem größeren. Beispiel: Die Tour ist 8 Kilometer lang und beim Aufstieg müssen 1.200 Höhenmeter bewältigt werden. Zu Dritt braucht man für ersteres 2 Stunden, für den Aufstieg 3 Stunden. Nun also die 2 Stunden halbieren (= 1 Stunde) und zu den 3 Stunden addieren. Macht also 4 Stunden bis zum Gipfel. Klingt kompliziert, ist aber ganz easy.

  • Kurz vor der Tour

Verhältnisse vor Ort checken
Ist die Tour, die ich mir rausgesucht habe, machbar? Oder gab es z. B. Moränenabgänge, die Wege verschüttet haben? Ist der Klettersteig vielleicht gesperrt? Sind die Seilbahnen, sollte ich welche brauchen, in Betrieb? Sind die Hütten, auf denen ich übernachten will, geöffnet (ggf. reservieren)? Gute Infos zu aktuellen Verhältnissen gibt es z. B. bei den Alpinen Auskünften oder auch im Bergführerbüro vor Ort.

Ausrüstung prüfen
Habe ich alles, was ich für die Tour brauche? Sind die Schnürsenkel im Wanderschuh noch fit, oder muss ich die austauschen? Sind die Stöcke in Ordnung? Rucksack intakt, Regenjacke dicht, Erste Hilfe-Set komplett?

  • Am Nachmittag/Abend vor der Tour

Finaler Wettercheck
Die meisten Wetterdienste aktualisieren am Nachmittag ihre Prognosen für den nächsten Tag. Also noch Mal überprüfen.

Rucksack packen
Getränk ins Camelback oder die Flaschen füllen, Energieriegel oder Brotzeit einpacken, Erste Hilfe-Set nicht vergessen, Stirnlampe, Karte, warme Kleidung, Ersatz-Shirt (zum Wechseln am Gipfel), Mütze & Handschuhe (bei mehrtägigen Touren kann ein Tief auch im Sommer Schnee bringen), Regenjacke und aufgeladenes Handy nicht vergessen.

Infos hinterlassen
Generell sollte man am besten in kleinen Gruppen in den Bergen unterwegs sein. Aber vor allem wer alleine loszieht, sollte jemanden über Ziel und Dauer der geplanten Tour informieren und sich nach der Rückkehr bei demjenigen zurück melden. Beim Österreichischen Alpenverein kann man die „Alpine Parkuhr“ bestellen. Darauf kann man den Tag und die ungefähre Uhrzeit der geplanten Rückkehr einstellen. Hinter der Windschutzscheibe platziert, erleichtert sie Bergrettern die Einschätzung, ob es zu einem Notfall gekommen sein könnte.

  • Am Tag der Tour

Gesundheits-Check
Erste Frage nach dem Aufschlagen der Augen: Wie fühle ich mich? Bin ich fit für die Tour, die ich mir ausgesucht habe? Habe ich ein ungutes Gefühl? Wenn ja, warum?

Zeit-Check
Wer zu spät aus dem Bett kommt, oder ewig im Stau steht, muss sein Tourenziel ggf. noch Mal überdenken.

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