mountix.com- & BERGSTEIGER-Tour des Monats: Mit Patricia und ihren neuen Bergfreunden am Dachstein-Klettersteig

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Monatlich küren wir von mountix.com gemeinsam mit dem Magazin BERGSTEIGER die Tour des Monats. Dieses Mal erzählt mountix.com-Mitglied Patricia von ihrer Winter-Klettersteig-Tour auf den Dachstein. Einen Berg, den sie schon so lange in Kopf und Herz hatte…

„Meine Liebe zu den Bergen ist noch ganz jung. Erst letzten August hat sie mich gepackt. Nach dem ersten kleinen Einstieg war ich auf der Suche nach Touren und größeren Unternehmungen. Und dann war er da – mein Berg, der Dachstein. So anmutig stand er da, auf den musste ich einfach rauf. Egal welche Tour ich in den folgenden Monaten startete, auf vielen Gipfeln zog er meine Blicke auf sich. Und der Dachstein war auch der Berg, den ich sofort unter all den anderen erkannte. Aber als Anfänger kann man dieses Ziel, das angeblich so viele Tücken hat, ja nicht einfach alleine hochstürmen. Einen Bergführer konnte ich mir nicht leisten. Durch Zufall bin ich dann auf mountix.com aufmerksam geworden. Das Portal hat mir gefallen, weil man hier für die ein oder andere Tour Bergpartner findet, die mit ebensolcher Begeisterung und Freude dabei sind. Bei denen es nicht nur darum geht, möglichst schnell auf einen Gipfel zu kommen, sondern auch darum, den Weg dorthin mit allen Sinnen zu Genießen. Ich wollte schon immer Bergsteigen mit Genuss und es wäre öfters nicht schlecht gewesen, jemanden dabei zu haben, um nicht ganz alleine durch die Bergwelt zu ziehen. Zum einen, weil man die Erlebnisse dann teilen kann, zum anderen wegen der Gefahren.

So schaute ich mich auf mountix.com um und gleich als erste Tour stellte ich den Dachstein ein. Ich liebe das Besondere und darum musste auch eine Herausforderung her. Also keine normale Sommer-Massenbesteigung, nicht Teil der Karawane sein. Gespannt wartete ich auf die ersten Kommentare – und siehe da, meine Unternehmung fand gleich einige Interessenten. Toll! Es wurde dann viel bezüglich Lawinengefahr und Gletscher kommentiert. Deswegen haben wir das Vorhaben dann auch um zwei Monate verschoben.

Dann war es endlich soweit! Einige Mitglieder, die zugesagt hatten, mussten dann doch noch aus Termin- oder anderen Gründen absagen und so blieben André (der für mich kompetenteste und erfahrenste von den Kandidaten, dessen Tourenbuch und Fotos ich mir immer mit Begeisterung angesehen hatte), Daniela (mit der ich mich über mountix.com bereits zu einer Tour auf den Brunnkogel verabredet hatte) und ich übrig. Daniela hatte im Sommer schon viele Klettersteige gemacht – aber noch nie im Winter. Auch hatte sie Befürchtungen wegen ihrer Kondition. Für mich war Klettersteiggehen etwas komplett neues. Aber bislang bin ich ziemlich viel gegangen, auch unseren gefürchteten Berg, den Traunstein, darum dachte ich, ein A/B-Klettersteig dürfte selbst im Winter kein Problem darstellen. André hat mir dann am Vortag unserer Tour eine kleine Klettereinführung gegeben und das passte super!!!!! Auch eine D-Stelle habe ich dabei gemeistert, dann sollte die Randkluft am Dachstein wohl kein Problem mehr sein.

Vollmotiviert haben wir uns dann am Sonntag zur Fahrgemeinschaft am Voralpenkreuz getroffen. Zunächst kamen wir gut vorwärts, dann ging es über den Gletscher im Tiefschnee rauf zur Randkluft, was ziemlich anstrengend war, aber wir haben es geschafft. Schon bis hierher mussten wir immer wieder die Umgebung bestaunen. Gewaltig sahen die Berge aus. Und nun standen wir direkt davor am Einstieg. Voller Vorfreude legten wir unsere Kletterausrüstung an. Die Spannung wurde immer größer… Viele hatten uns vorher Angst gemacht, die Seile seien unter Schnee verdeckt und man bräuchte einen Pickel – genau das war für mich Motivation, die Tour zu machen. Wer will es schon ganz einfach? Alles klappte prima – mit Pickel, Steigeisen und selbst mit den verschneiten Drahtseilen. Für André war es ja eh ein Spaziergang. Er konnte in der Zwischenzeit alles fototechnisch als Beweis festhalten. Und dann waren wir oben angelangt… Da kamen mir fast die Tränen, nun stand ich also auf diesem Berg, auf den ich schon immer rauf wollte. Das einzigartige Panorama zu genießen, aber vor allem stolz zu sein auf diese Leistung, die zu dieser Jahreszeit ja nun doch nicht jeder erbringt, das war einfach ein unbeschreiblich schönes Gefühlt. Fast noch schöner war das Gefühl, Daniela diese Tour möglich gemacht zu haben, denn sie hätte nie gedacht, dass sie da oben jemals – und noch dazu im Winter – oben stehen würde.

Doch so ganz ohne Sicherung dort oben ist für mich schon grenzwertig, weil ich doch so meine Probleme mit der Höhe habe. Und dann gleich auf 2996 Metern… Viel Platz bot der Gipfel ja nun auch nicht, da fühlte ich mich doch etwas unwohl. Vor dem Abstieg hatte Daniela etwas Ängste, weil es zwei Stellen gab, die für sie nicht so einfach waren, aber als Team haben wir es geschafft und sind unversehrt unten angekommen. DANKE an André, der diese Tour mit uns gemacht hat, eine so lange Anreise in Kauf genommen hat, um uns dieses einzigartige Geschenk zu machen, das sicher ewig in Erinnerung bleibt. Nun habe ich ihn bestiegen, „meinen“ Gipfel.  Und ich freue mich jetzt schon auf all die weiteren Touren mit meinen zwei Begleitern.

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