Mountainbiken im Herbst

Der Herbst ist eine wirklich launische Diva. Die Tage werden immer kürzer und das Wetter unberechenbarer. Warum der Herbst trotzdem die beste Jahreszeit zum biken ist.

Die dritte Jahreszeit kann es einem echt schwer machen. Wenn morgens der Wecker klingelt, sieht man vor lauter Nebel und Dunkelheit kaum aus dem Fenster. Was einem an Arbeitstagen zu schaffen macht, ist einer der ersten Gründe warum biken im Herbst eine gute Idee ist: Ausschlafen. Während im Sommer bereits beim ersten Sonnenstrahl die Leute in Autos und Züge in Richtung Berge pilgern, starten die Tage nun deutlich gemütlicher. Um dem Frühnebel und der Kälte am Morgen zu entgehen darf man sich guten Gewissens am Morgen noch einmal umdrehen bevor man sein Bike aus der Garage holt.

Spätestes mit Start der Tour ist auch der letzte Herbst-Skeptiker davon überzeugt dass es eine gute Idee war das MTB noch nicht einzumotten. Eigentlich langweilige Auffahrten auf der Forststraße werden zu dieser Jahreszeit durch weiches Licht und bunte Farbenpracht an den Bäumen begleitet. Vor dem Start sollte aber bei der Planung einiges berücksichtigt werden:

Bike Bekleidung im Herbst

Die Ausrüstung auf deiner Tour sollte ebenso wie die Ausstattung am Bike der Jahreszeit entsprechend angepasst werden. Schweißtreibende Auffahrten und Pausen bei kühlen Temperaturen auf dem Gipfel lassen den Körper noch schneller Auskühlen. Was ist also die optimale Bekleidung für das Biken im Herbst?

Um für größere Temperaturschwankungen gerüstet zu sein, bietet sich der Zwiebellook an. Dieser besteht aus mehreren Schichten:

Herbst in den Bergen

Baselayer:

Ein eng anliegendes Unterhemd aus Funktionsmaterial, das die Feuchtigkeit nach außen transportiert. Darüber kannst du dein Fahrrad-Trikot tragen. Für die Arme bieten sich Armlinge an, die je nach Temperatur an- oder abgelegt werden können.

Midlayer:

Über deinem Trikot solltest du eine wärmende Jacke aus Softshell oder Primaloft tragen. Sie wiegen wenig, haben ein geringes Packmaß und halten die Wärme auch bei Pausen gut am Körper.

Moutainbiken im Herbst

Shell-Layer:

Die dritte Schicht braucht man in der Regel nur bei schnellen Abfahrten. Eine Hardshelljacke als Außenschicht schützt dich vor dem kalten Fahrtwind. Hier kannst du auf deine Regenjacke zurückgreifen.

An den Beinen ist man mit einer normalen Bikeshort über der Radhose gut beraten. Auch diese können mit Beinlingen bei Bedarf verlängert werden.

Für die Füße eignen sich Überzieher für die Schuhe, nichts ist unangenehmer als nach dem ersten Trail den Rest des Tages mit nassen Füßen zu verbringen.

Auch bei den Accessoires muss man die Packliste in den kühleren Monaten etwas erweitern. Eine Mütze oder ein Schlauchschal sind vor allem bei Abfahrten sehr praktisch. Auch dickere Handschuhe können Sinn machen. Die größte Herausforderung beim Packen besteht darin sich auf viele unterschiedliche Wetter-Szenarien einzustellen. Während es im sonnendurchfluteten Tal auch im November gerne mal zweistellige Temperaturen hat kann bereits wenig Höhenmeter später bereits Schnee liegen. Dies solltest du bei der Wahl deiner Kleidung berücksichtigen. Auch Wechselkleidung ist jetzt besonders wichtig. Wer nach der Tour im durchgeschwitzten Trikot noch eine halbe Stunde auf den Zug wartet kann sich schon mal für Montag beim Chef abmelden. Als Reserve solltest du dabei haben:

  • Trikot
  • Socken
  • Mütze
  • Handschuhe

Also alles was nass werden kann, egal ob durch Regen, Schnee oder Schweiß sollte auf der Tour getauscht werden können. Auf die Option das Trikot in der Sonne zu trocknen und dabei seinen Astral-Körper zu bräunen solltest du dich jetzt nicht mehr verlassen.

Biken im Herbst

Sichtbarkeit

Wie beim Radeln in der Stadt gilt auch beim Biken in den Bergen in den dunklen Tagen für erhöhte Sichtbarkeit zu sorgen. Kleidung hellen Farben ist dunkler auf jeden Fall vorzuziehen. Da die Länge einer Tour nicht immer exakt geplant werden kann, sollte eine Lampe immer dabei sein. Die Tage im Hebst enden schneller als einem lieb ist und im dunkeln ohne Lampe auf dem Trail macht’s auch keinen Spaß.

Touren

Auch die Planung deiner Tour solltest du der Jahreszeit entsprechend gestalten. Das Wetter sollte im Vorfeld genau gecheckt und An- und Abreise exakt geplant werden. Falls du auf eine Gondel angewiesen bist: Auch hier die Fahrzeiten im Auge behalten ab Oktober gelten häufig andere Fahrpläne.

In Sachen Verpflegung solltest du dich nicht darauf verlassen dass die Hütte auf der du im Juni noch abends dein Bier getrunken hast, dich im Oktober auch noch mit offenen Armen empfängt. Beim DAV kannst du die Öffnungszeiten zahlreicher Hütten checken.

Aufgrund der sinkenden Schneefallgrenze sind große Höhen eher suboptimal. Doch auch bereits wieder geschmolzener Schnee kann einen Trail leicht in ein Schlammbad verwandeln.

Mein Tipp: Wenn du trotzdem auf deine Höhenmeter nicht verzichten möchtest, nimm doch lieber zwei kleinere Anstiege als einen langen. Touren im Alpenvorland versprechen Höhenmeter und Spaß auf dem Trail auch lange in den Herbst hinein.                                         Eine Tour von Lenngries zum Tegernsee beispielsweise eignet sich gut für den Herbst. Eine detaillierte Beschreibung findest du hier.

Mountainbiken

Im Herbst auch nicht zu vernachlässigen ist der Home-Trail vor deiner Haustüre. Der hat vielleicht weniger Höhenmeter, aber die eher rutschigen Bedingungen im Herbst werden deine Fahrtechnik-Skills extrem verbessern. Wie beim Autofahren auch gilt bei laubbedeckten Trails erhöhte Vorsicht. Rutschige Wurzeln oder Steine können sich unter unschuldig wirkendem, buntem Blattwerk verstecken und leicht zu Stürzen führen.

Auch das Kurven-Fahren im Schlamm erfordert einiges an Übung. Also hier lieber mit etwas weniger Geschwindigkeit in die Kurve fahren und vielleicht mal neue Reifen aufziehen.

Damit Kleidung und Bike auch bei wüstem Wetter lange halten gilt bei der Pflege erhöhte Disziplin. Dreckige Bikes gehören sofort nach der Tour gereinigt damit sich der Dreck nicht am Material festsetzt.

Gleiches gilt für die Kleidung. Bevor der Dreck im Stoff eingetrocknet ist sollte das Zeug in die Waschmaschine. Auch die Schuhe sind bei herbstlichem Schmuddel-Wetter über stärkere Zuwendung dankbar.

Rücksicht

Wie ihr spätestens jetzt wisst, ist Biken im Herbst mehr als nur dem Sommer hinterherzutrauern. Der Meinung sind aber auch viele Wanderer und andere Bergsportler. Deshalb ist im Herbst mindestens genauso viel Rücksicht auf andere gefordert wie im Rest des Jahres. Auch das Fahren bei Schnee und Schlamm verursacht deutlich mehr Spuren als im Trockenen wenn ihr also auch nach der Schneeschmelze schöne Trails vorfinden möchtet: Lieber mal den Fuß vom Gas.




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