mountix.com- & BERGSTEIGER-Tour des Monats: Mit Michaela zum Kramerspitz

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Monatlich küren wir von mountix.com gemeinsam mit dem Magazin BERGSTEIGER die Tour des Monats. Dieses Mal berichtet mountix.com-Mitglied und Bergwanderschulinhaberin Michaela von ihrer Wanderung in den Ammergauer Alpen auf den Kramerspitz – und dem Wetterspektakel, das sie und ihre Freunde dort erlebten…

„Am Abend vor der Tour packte ich daheim in München wie immer meinen Rucksack – und ganz oben drauf Regenhose und Hardshell-Jacke. Schon den ganzen Tag prasselten dicke Tropfen gegen die Fensterschreiben. Der Wetterbericht für den nächsten Morgen sah auch nicht nach Chillen in der Sonne aus. Egal! Meine Freunde Nina, Michi und ich, wir wollten dennoch eine Tour in den Ammergauern machen. Michi wohnt in Garmisch und wir verließen uns auf seine Wahl – der Kramerspitz sollte es werden. Unzählige Male war er schon oben, ich hatte dem 1985 Meter hohen Berg auch vor einigen Jahren einen Besuch abgestattet, konnte mich aber nicht mehr genau erinnern, nur für Nina war es Neuland. Eine abwechslungsreiche und längere Tour hatten wir uns gewünscht bei Michi. Und die bekamen wir!

Von Garmisch-Partenkirchen aus starteten wir nicht über den Normalweg, sondern über den wenig begangenen Maurersteig. Der war nach den Regenfällen der letzten Tage noch etwas matschig und rutschig, zudem so steil, dass er nur für den Aufstieg geeignet ist. Immer weiter schlängelte er sich durch schöne Wälder, vorbei an imposanten Kalkwänden empor. Und wir waren ganz allein! Ganz allein? Stimmt nicht… Zwei Gämsen begleiteten unseren Aufstieg. Frech hielten sie uns konstant etwa 20 Meter auf Abstand, grasten in Seelenruhe, um dann unverschämt mühelos bergauf zu springen, wenn wir näher kamen. Das Wetter wechselt alle fünf Minuten. Unten regnet, hier oben schneit es. Dann wieder strahlender Sonnenschein. Wenige Minuten später ein stürmischer Wind, einen Wimpernschlag danach sommerliche Wärme am Fels. Am Königstand legten wir eine Pause ein. Michi erzählte, wie Golfer von hier oben Bälle in den im Tal liegenden See abschlugen, ich zeige Nina die auf der gegenüberliegenden Seite entspringenden Kuhfluchtwasserfälle. Gestärkt durch selbstgemachten Rhabarberkuchen queren wir zum Kramerspitz. Etwas gemein ist der kurze Zwischensabstieg, das Gipfelkreuz bereits im Blick, der noch Mal einige zusätzliche Höhenmeter fordert. Währenddessen tanzen zarte Schneeflocken auf uns herab, zugleich scheint die Sonne.

Doch dann stehen wir oben – am leicht schiefen Kreuz mit der urigen kleinen Bank. Vor uns schält sich majestätisch Deutschlands höchster Berg, die Zugspitze, aus dem Wolkenmeer. Im Hintergrund das Wettersteingebirge. Um mich herum – zwei zufriedene Menschen, die sich wie kleine Kinder über diesen wunderschönen Moment bei so skurrilen Wetterverhältnissen freuen. Wie schön es ist, mit Freunden am Berg unterwegs zu sein, die den Blick für die kleinen Geschenke der Natur haben.

Wir machen unzählige Gipfelfotos, die schelmisch lächelnd an die Daheimgebliebenen in ihren Büros gemailt werden. Statt auf demselben Weg wieder abzusteigen, entschließen wir uns zur Runde über die Stepbergalm (leider noch geschlossen, wir hocken uns trotzdem einen Moment vor die hübsche Hütte, genießen das Wolken-Spektakel und einen letzten Müsli-Riegel). Zurück nach Garmisch führt uns ein herrlicher Waldweg. Unter den Füßen weichen Boden, am Wegesrand zartes Grün der ersten Lindenblätter, die Augen gerichtet auf Eibsee und Zugspitze. Die letzten zähen ca. 2 Kilometer auf dem Rad- und Fußweg zurück zum Auto sind verziehen, obwohl sie nerven. Denn dieser Tag war wirklich einzigartig schön. Auf der Fahrt nach München prasselt der Regen auf die Autoscheibe…“

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